Pressebüro RUTH WEITZ + Verlag WEITZ & WEITZ
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Saure Äpfel - ein Provinzkrimi

Link zum Foto als Download (Foto: Miriam Weitz)

Leseprobe zu »Saure Äpfel«

Als sie den Wagen auf dem Parkplatz abgestellt hatte und ausgestiegen war, kam ihr Lara Kurz entgegen. Mit Lara war Judith schon lange Jahre befreundet. Sie schätzte ihren Rat und den gemeinsamen Austausch über Themen, die den meisten Männern so gar nicht passten. Lara war schon seit fünfundzwanzig Jahren Polizistin und engagierte sich ehrenamtlich für auf Abwege geratene Jugendliche. Wie Judith fand sie das Verhalten von manchen Männern Frauen gegenüber völlig daneben. Hin und wieder trafen sich Judith und Lara zum Espresso beim Italiener und luden ihren jeweils aufgestauten Frust ab. Lara beschwerte sich über ihre Kollegen, Judith über ihren Job und den ewig mürrischen Redaktionsleiter.

»Was machst du denn hier?«, fragte Lara, und ihre Miene drückte Erstaunen aus. Heute trug sie ihr langes schwarzes Haar nicht offen, sondern zu einem Zopf geflochten.

»Ich habe eine Verabredung mit Hauptkommissar Ludenbeck. Er hat mich hierher zitiert.« Judith drückte der Freundin einen züchtigen Kuss auf die Wange und berichtete von der jäh unterbrochenen Mittagspause.

»Du, ich muss weiter, Ludenbeck hat es sehr dringend gemacht. Wir sehen uns!«, entgegnete Judith ihrer Freundin und winkte ihr im Weitergehen zu.

An der Pforte sagte sie einem der beiden diensthabenden Beamten, sie werde von Hauptkommissar Ludenbeck erwartet. »Ich weiß«, nickte der größere von beiden. »Der Hauptkommissar ist im Besprechungsraum. Mein Kollege wird Sie begleiten. Sie wissen ja, alleine dürfen Sie hier nicht unterwegs sein!« Er öffnete die Sicher-heitsschleuse, und Judith ging mit dem zweiten Polizisten schnellen Schrittes zum Besprechungszimmer, in dem Ludenbeck schon auf sie wartete. Offensichtlich hatte er sich vorher die Haare gerauft, denn sie standen in alle Himmelsrichtungen vom Kopf ab. Mit etwas Fantasie wäre er als Urban Priol durchgegangen, wenngleich er über dichteres Haar und deutlich mehr Körperfülle verfügte als der scharfzüngige und wortwitzige Kabarettist.

»Herr Ludenbeck, hier bin ich«, sagte Judith und blickte ihn leicht amüsiert an, als sie den Stuhl ihm gegenüber an sich heranzog und sich setzte.

»Was amüsiert Sie so, Frau Welser?«, fragte Ludenbeck leicht pikiert. »Es gibt nicht den geringsten Grund, sich zu freuen und dabei zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd!«

Judith versuchte, ihre Gesichtszüge in eine ernste Miene zusammenzurücken, wollte Ludenbeck allerdings nicht im Unklaren darüber lassen, was ihre Heiterkeit ausgelöst hatte.

»Entschuldigen Sie bitte, Herr Hauptkommissar, aber Ihre Frisur hat mich gleichzeitig irritiert und zum Schmunzeln gebracht. Sie sehen richtig wild und verwegen aus«, sagte sie, hob beide Hände in Kopfhöhe an und symbolisierte mit den Handflächen die in Unordnung geratene Haarpracht Ludenbecks. 

 

Leseprobe zu »Glücksmomente in Gelee und Konfitüre

Ein Erdbeertraum mit Schwindelgefühl

 

Als Enzo die Nachbarin mit einem großen Korb ankommen sah, war ihm klar, dass sie wieder etwas Leckeres mitbringen würde. Manchmal fiel auch für ihn ein kleines Häppchen ab. Ob es diesmal wieder so sein würde? Er sog den Duft von feinen Küchenkräutern, Früchten und Karamell ein, den die Nachbarin umwehte. Charlotte, kurz Charlie genannt, war eine leidenschaftliche Köchin. Sie war für Enzo immer in ein betörendes Aroma eingehüllt. Seine bernsteinfarbenen Augen leuchteten, als Charlie den Eingang betrat und Carla, die Dame des Hauses, sie empfing.

 

„Sei mir gegrüßt, liebe Charlie! Was hast du denn heute Feines dabei?“ fragte sie und umarmte die Freundin. „Ich habe heute Erdbeerkonfitüre gekocht und euch einige Gläser mitgebracht“, sagte Charlie und lächelte. Ihr Lächeln gefiel Enzo. Es bildeten sich kleine Grübchen in ihren Mundwinkeln. Das sah richtig putzig aus. Als sie ihm dann auch noch über den Kopf strich und seine Attraktivität lobte, schmolz er dahin wie Butter in der Sonne. „Ach, Enzo, du bist so ein Hübscher und Lieber“, sprach sie und strich ihm sanft über den Rücken, was er besonders gern mochte.

 

Die beiden Frauen zogen sich in die Küche zurück, während Enzo es sich im Wohnzimmer gemütlich machte. Er hörte das Klappern der Gläser, die beide aus dem Korb nahmen und mit einer lebhaften Kommunikation begleiteten. „Dass Frauen immer so viel reden müssen“, dachte Enzo, unterstrich diesen Gedanken mit einem tiefen Seufzer und streckte sich aus.

 

Es dauerte nicht lange, schon kam Carla mit einem Karton aus der Küche, den sie mit den Marmeladegläsern gefüllt hatte. Sie stellte ihn auf den Boden im Flur zwischen Küche und Wohnzimmer. Enzo konnte dies von seinem Platz im Wohnzimmer gut beobachten.  Es waren Gläser mit einem Schraubverschluss. Enzo erhob sich und ging langsam auf Carla zu, hob erwartungsvoll seinen Kopf. „Nein, Enzo, diesmal fällt nichts für dich ab“, sagte sie und tätschelte ihm den Nacken.


„So ein Mist, wie komme ich nur an den Inhalt der Gläser?“ fragte sich Enzo, trottete ins Wohnzimmer zurück, setzte sich auf seinen Lieblingsplatz und überlegte. Es dauerte sehr lange, bis Charlie sich verabschiedete, denn sie hatte Carla ganz viel zu erzählen. Sie war wie ein Trichter, in den alle Neuigkeiten flossen. Charlie kannte Gott und die Welt und wusste nahezu über alle Begebenheiten im Dorf Bescheid.

 

Nachdem Carla und er alleine waren, schlief Enzo eine Runde. Als er von einem wunderbaren Traum erwachte, in dem ihm köstliche Erdbeermarmelade auf die Zunge geträufelt wurde, war er fest entschlossen, sich den Inhalt der Schraubgläser im Flur nicht entgehen zu lassen. Koste es, was es wolle!...

 

Wenn Sie wissen wollen, wie die Geschichte weiter geht: Das Buch "Glücksmomente in Gelee & Marmelade" ist im Buchhandel zu haben. 

 

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Pressebüro & Agentur für Öffentlichkeitsarbeit Ruth Weitz - Texte mit roten Backen